Islamic Banking
Der Markt für Islamische Bankdienstleistungen wächst seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. Unterschiedliche Studien der Ratingagentur Standard & Poors’ und der Unternehmensberatung Booz & Company kommen zu dem Schluss, dass die Vermögenswerte Islamischer Banken weltweit Ende des Jahres 2008 ein Volumen von ca. 500 Mrd. Euro erreicht haben werden. In den letzten 10 Jahren ist der Islamic Banking Markt um knapp 20% pro Jahr gewachsen und von einer Abschwächung dieses Trends fehlt bislang jede Spur. Die Anzahl Shari’ah-konformer Investment Fonds ist laut Booz & Company auf inzwischen weltweit ca. 925 gestiegen, das Neuemissionsvolumen Islamischer Anleihen, der so genannten Sukuk, auf über 30 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Insgesamt stehen Emissionen mit einem Gesamtvolumen von über 80 Mrd. US-Dollar aus, auch hier gilt: Tendenz weiter klar steigend.
Für die rasante Entwicklung gibt es zwei wesentliche Treiber: die stark wachsende Nachfrage nach Islamischen Finanzprodukten durch muslimische und inzwischen vielfach auch nicht-muslimische Kunden einerseits, und andererseits das gesteigerte Angebot Islamischer Bank- und Versicherungsprodukte weltweit. In vielen muslimischen Ländern gibt es inzwischen häufig mehrere Islamische Banken, die untereinander, aber auch mit den konventionellen Banken konkurrieren. Das gleiche gilt zunehmend für Islamische Versicherungsunternehmen: in Malaysia und Saudi-Arabien besteht hier schon ein intensiver Wettbewerb. Verschiedene empirische Untersuchungen zeigen, dass muslimische Kunden Shari’ah-konforme Produkte gegenüber konventionellen bevorzugen – sofern der Preis und die Rendite stimmen. Da das inzwischen aber weitestgehend der Fall ist, Shari’ah-konforme Investments zudem die Subprime-Krise deutlich besser überstanden haben als ihre konventionellen Pendants, sind die Vorzeichen für weiteres Wachstums Islamischer Finanzdienstleistungen weiterhin günstig.

